Aachener TSV Alemannia - SpVgg Greuther Fürth 2:2
24.03.2010
Tivoli (neu)
2. Bundesliga
Zuschauer: 18.429 (ca. 270)


Ein kleiner Doppler am Niederrhein stand heute auf dem Programm und da ich mich sehr kurzfristig für dieses Programm entschied, fielen potentielle Mitfahrer von vornherein weg, sodass ich mich alleine in meinem Ford auf den Weg in die Kaiserstadt machte. Anfahrt verlief bei feinstem Frühlingswetter sehr entspannt, problematisch sollte allerdings die Parkplatzsuche am Stadion sein. Möglichkeiten gibt es hier grundsätzlich zu genüge, da sich im Stadionumfeld viele Möbelhäuser, Schuhläden, Fast-Food-Tempel u. ä. finden. Aber der Aachener ist schlau und stellt doch tatsächlich an Spieltagen "Wächter des Parkplatzes" ab, die streng und mit wachsamen Augen zwischen Geschäftskunde und Fußballgucker unterscheiden. So wurde ich selbst recht schnell von meinem für gut befundenen Parkplatz am Möbelhaus verjagt. Lust mich jetzt pseudomäßig für Kommoden und Schränke zu interessieren hatte ich jedoch auch nicht, also mal weiter rumkurven. Der stadioneigene Stellplatz sollte rotzfreche 5 € kosten, also abgelehnt und nach ein bisschen Sucherei wurde im Industriegebiet noch ein Gratisplätzchen gefunden. Von hier ca. 10 Minuten Fußmarsch zum Stadion, welches nur ein paar Schritte vom alten Tivoli entfernt liegt. Schon traurig, dass dieses absolut geile Stadion so vor sich hinsteht ohne sinnvoll genutzt zu werden; wenigstens konnte man es vor vielen Jahren weit vor der Existenz dieser Page mal gegen Köln besuchen. Trotzdem traurig, erst recht, wenn man sich die neue Spielstätte anschaut. Wurde vermutlich vom gleichen Architekten entworfen, der sich auch die Stadien in Dresden, Hoffenheim, Paderborn, Holland usw. ausgedacht hat. "Zweckmäßigkeit" beschreibt den Neubau eigentlich ganz gut, wenigstens hat man bei der Planung die Wünsche der Fans berücksichtigt und die Südtribüne komplett mit Stehrängen bebaut.

Eintrittspreise für so ein Scheißspiel meiner Meinung nach bisschen hoch und somit das günstigste Ticket (Stehplatz Süd, 14 Euro) erworben. Vor Betreten der Spielstätte aber noch kurz hinter der Südkurve vorbeigescheut, wo die heimische Fanszene (hauptsächlich wohl von den Ultras organisiert) eine "Infoveranstaltung" zu den üblichen fanrelevanten Themen wie Repression, Stadionverboten und Solidarität bot. Das Ganze in Form von Infowänden und Vorträgen; nach dem Spiel war darüber hinaus noch eine Demo für Fanrechte geplant. Gute und gelungene Aktion.
Nun aber mal herein ins Stadion, in dem die Aachener Ultras zu Spielbeginn eine kleinere Choreo mit gelben Papptafeln zeigten, die aber von meinem Standpunkt aus nicht vollständig eingesehen werden konnte. Was folgte war das, was eigentlich nicht sein soll aber in deutschen Stadion leider nicht selten ist. In der Mitte des Blocks im unteren Bereich stehen 60-70 Leute, die Fahnen schwenken, klatschen, hüpfen und ihr eigenes Ding machen.
Die 5.000 Leute drumherum wirken davon aber eher unbeeindruckt und stimmen gelegentlich parallel ihre eigenen Lieder an. In der ersten Hälfte gröhlten sogar einige Leute "Scheiß Megafon" in Richtung der Ultras.
Der Gästeblock beherbergte zum Anstoß ganze 34 Leute quer im Block verteilt und ich dachte schon "Wasn das fürn Scheiß ?" als zur 15 Minute dann der aktive, ca. 200 Mann starke Kern der Fürther geschlossen den Gästeblock betrat und fortan durch viel Arm- und Fahneneinsatz zu überzeugen wusste.
Spielerisch wars auch ganz nett anzuschauen, Aachen verspielte eine 2:0 Führung durch einen Fürther Doppelschlag (54. und 55. Minute) und musste sich somit nur mit einem statt sichergeglaubten drei Punkten zufrieden geben. Paar Minuten vor Schluss zurück zum Auto gesprintet und wie ein Irrer über die A44 60 Kilometer gen Norden..........