CFR 1907 Cluj – BSC Young Boys     1:1

03.08.2021

Stadion Dr. Constantin Radulescu

Championsleague-Qualifikation 3. Runde (Hinspiel)

Zuschauer: 8.000 (keine erkennbaren Gäste)

 

 

Am Stadion Dr. Constantin Radulescu, benannt nach dem Rekordnationaltrainer Rumäniens, welcher mit Unterbrechungen die Landesauswahl von 1923 bis 1938 trainierte, erwartete mich starkes Gewusel. Offiziell dürfen offenbar Stadien in Rumänien seit dem 1. August zu 75 % ausgelastet werden, ob das irgendwer kontrolliert, ist sehr fraglich. Zum Beispiel war auf der Gegenseite, auf der auch ich mich tummelte, kaum mehr ein Platz frei und ich behaupte einfach mal, dass jeder, der dabei sein wollte, auch dabei sein konnte.

Halt Stopp, außer du bist erkennbarer Anhänger der Young Boys aus Bern oder von sonst einem anderen Verein, dann halt nicht, denn die UEFA verbietet im laufenden Wettbewerb ja sämtliche Auswärtsfahrten, wenngleich es hier und da mal einem Mob gelingt (vornehmlich solchen aus Polen), sich ins Stadien zu schleichen. Ohnehin entbehrt diese Regelung sämtlicher Logik oder wer kann mir erklären, weshalb bei der EM noch ein ungarischer Nationalisten-Mob in vierfacher Mannstärke in München aufläuft, Bern aber nicht mit sagen wir mal 200-300 Leuten nach Cluj reisen darf. Man kann nur hoffen, dass spätestens im kommenden Sommer wieder Freiheiten wie vor der Pandemie herrschen, denn Auswärtsblöcke runden das Erlebnis Stadion ja erst so richtig ab.  

Aber auch so war es heute nicht schlecht, denn immerhin kickt hier der rumänische Meister gegen den aus der Schweiz um den Einzug in die Champions-League-Gruppenphase. Während der Gästeblock wie erwähnt also leer bleibt, sind auf der Hintertorseite ca. 200 aktive Supporter des Eisenbahnerclubs kontinuierlich mit ein paar Schwenkern um Stimmung bemüht und nicht selten steigt auch das übrige Publikum in die akustische Unterstützung mit ein, sodass an diesem Abend eine doch recht ordentliche Stimmung zu Stande kommt. Das Heimteam scheint davon beflügelt, führt trotz stark abseitsverdächtiger Position des Torschützen lange mit 1:0 und lässt die Gäste kaum richtig ins Spiel kommen, ehe Berns Sierro nach einem Freistoß per Abstauber zum 1:1 ausgleicht.

Starke Enttäuschung beim Heimanhang und hier und da schallte ein „UEFA=Mafia“ durchs Eck. Wie dem auch sei, um ehrlich zu sein, wird keines der beiden Teams gemessen an der heutigen Leistung eine reelle Chance in der Königsklasse haben. Zufrieden mit dem doch recht stimmungsvollen Fußballabend verzog ich mich nach Abpfiff ins wenige Schritte entfernt liegende Hotel, wo mit zwei, drei Bier noch etwas die Lage bzw. der Tag reflektiert wurde, ehe es am Folgetag gen Mittag wieder heimwärts ging. Feiner Kurztrip!