VfL Osnabrück – SV Meppen 1:0

26.01.2019

Stadion an der Bremer Brücke

3. Liga

Zuschauer: 15.500 (ca. 2.000 Gäste)

 

 

 

So, dann gehts auch hier weiter. Ach ja, und ein frohes neues Jahr natürlich.

Obwohl das gleich mal scheiße anfing, nämlich insofern, dass man am 3. Januar seinen Augen kaum traute.

Benjamin Girth - seines Zeichens Stürmer und maßgeblich am Aufstieg sowie der genialen letzten Saison beteiligt, wechselt ab sofort auf Leihbasis zu dem lila Trotteln.

Uff, das saß.

Der Spieler von dem nicht wenige dachten, sein Herz sei trotz seines Wechsels zu Holstein Kiel immer noch auf eine Art mit dem Emsland verbunden und ein Wechsel zum Erzrivalen scheine damit automatisch ausgeschlossen, ja sogar eine Rückkehr zum SVM stand mehr oder minder zur Diskussion...Pustekuchen!

Während nun natürlich im WorldWideWeb und außerhalb die Wogen erwartungsgemäß hoch schlugen und nicht wenige Girth die Sportinvalidität oder schlimmeres an den Hals wünschten, muss man die Sache mal ganz nüchtern - und unromantisch betrachten.

Spieler, die im Jahre 2019 noch echte, tiefe Vereinsliebe zeigen, so jemand von Schlag Francesco Totti, die nicht primär auf das monatliche Gehalt achten, muss man mit der großen Lupe suchen.

Und auch ein Girth handelt da völlig unemotional und schaut, wo er sich sportlich und finanziell weiterentwickeln kann.

Er ist weder in Meppen geboren, nicht hier aufgewachsen, hat sicher nicht einmal Verwandte hier und die paar Jahre, die er

hier erfolgreich kickte, haben sicherlich zu keinen tiefen Wurzeln geführt.

Insofern ist an ihm die gleiche Söldnermentalität festzumachen, die ich nahezu 80-90 % aller Profispielern zusprechen möchte.

Ich selbst habe mich bereits vor geraumer Zeit vor einem allzu romantisch-verklärten Bild des Profifußballs verabschiedet, hier geht es nun mal primär ums Geld und dann kommt ganz lange nichts. Schade, aber Realität.

Trotzdem war es bitter, Girth heute in diesem hässlichen lila Trikot auflaufen zu sehen.

Noch weitaus bitterer war es, dass ausgerechnet er das einzige Tor des Tages schießt. Klar, das ist natürlich sein Job, aber den überschwänglichen Jubel, gleichsam als hätte man soeben das alles entscheidende Tor in der Meisterschaft geschossen, hätte man sich aus Anstandsgründen durchaus sparen können.

Fazit: Herr Girth, Sie sind ein Arschloch!! 

Ansonsten war es ein eher (unter)durchschnittlicher Derbytag. Positiv zu erwähnen ist da eigentlich nur, dass es ein sportlich-stabiler 30er Haufen weit vor Spielbeginn unerkannt in die Innenstadt schaffte, ein Zusammentreffen mit Gleichgesinnten aber ausblieb.

Im Stadion selbst kam es zu einem Derby der schwächeren Sorte, denn während es zum Beispiel beim letzten Aufeinandertreffen an der Bremer Brücke beidseitig noch zischte, rauchte und leuchtete, blieben optische Akzente bis auf eine kleine Choreo auf unserer Seite Mangelware. Naja, war auch alles verboten, sogar große und kleine Schwenkfahnen.

Supporttechnisch hatte ich dabei heute sogar die Hoffnung, dass es ganz gut werden könnte, da ich glaubte, dass aufgrund des im Vergleich zum letzten Mal begrenzten Kartenkontingents schon „die Richtigen“ mitfahren würden und ein Großteil der Eventies zu Hause bleiben würden.

Gefühlt trat dann aber eher das Gegenteil ein. Ziemlich hoher „Dullie-Faktor“ und obwohl sich Vorsänger und Trommler alle Mühe gaben, konnten kaum Gesänge mal richtig knallen und wurden insgesamt weitgehend leidenschaftslos gesungen.

Die Anspannung, die dem Spielverlauf geschuldet war, darf da nur minimal als Begründung gelten. Nee, gefiel mir nicht…

Nach dem Spiel dann außer stressenden Cops nix los, Bahnfahrt zurück ins schöne Emsland und direkt auf die Couch.

Durchschnittlicher Tag!

Danke an Blaubacke für die Bilder!!