Warta Poznan SA – LKS Bruk-Bet Termalica Nieciecza  0:0

11.09.2021

Ekstraklasa

Stadion Dyskoboli

Zuschauer: 1.347 (9 Gäste im Gästebereich)

 

 

Da der SVM sein Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg bereits am Freitag bestritt und blöderweise mit 0:1 verlor, blieb Zeit, den Samstag und Sonntag in unser geliebtes Hobby zu investieren. Im „inneren Kreis“ fanden sich wenig Zeithabende/Interessierte, sodass ich in aller Herrgottsfrühe im 5 Uhr auf den Blaubacke traf, der über leichte Erkältungssymptome klagte, sich aber insgesamt wacker hielt. Ratet dabei mal, wer drei Tage nach Ende der Tour beim Verfassen dieser Zeilen erkältet ist? Ich!! Kurrrrrrrrrrrrwa!!

Aufgrund der überschaubaren Zweierbesatzung im Rennford blieb auf der Rückbank immerhin allerhand Platz für Unrat, so z. B. auch für solch dekadente Dinge wie eine elektrische Kühlbox, in der sich am Ende aber eigentlich nur Dinge einfanden, die gar keiner Kühlung bedurften (Brot usw.). Naja, haben ist immer besser als brauchen.

Warta Poznan kickt seit einiger Zeit im Exil, genau gesagt im Städtchen Grodzisk Wielkopolski etwa 40 Kilometer westlich von Poznan im Ground von KS Dyskobolia Grodzisk Wielkopolski, was eine ganz feine Anlage mit mega-ranziger Oldschool-Tribüne ist, welche aber leider durch irgendwelche Kameratürme und Pressetürme stark verdeckt wird und ohnehin wegen „Gammel“ offensichtlich gesperrt ist.

Trotz des für Ruhm und Erfolg stehenden Gründungsjahres 1912 ist man heute hinter dem großen Lech Poznan nur mit weitem Abstand die Nummer 2 der Stadt und dass obwohl man der ältere Verein ist, zwei Meistertitel (1929 und 1947) einheimste und bis in die 1960er Jahre sportlich den „Eisenbahnern“ überlegen war. Fantechnisch spielt man eigentlich keine Rolle, so ist auch heute kein aktiver Haufen zu finden. Ob es nun an der Anstoßzeit von 12:30 Uhr liegt oder hier ganz einfach nichts mehr los ist (im Netz finden sich durchaus Bilder einiger aktiver Fans aus der Vergangenheit), vermag ich nicht zu sagen.

Immerhin wird der Gast aus Nieciesza (Gesundheit!!) von einer Bullibesatzung begleitet. Alle in sehr hässlichen orangen Trikots und nur sporadisch akustisch zu bemerken, zudem auch eher Marke „Familienausflug“. Den Verein braucht ohnehin niemand in der obersten polnischen Liga, während so Schwergewichte wie Ruch Chorzow oder GKS Katowice unterklassig ihr Dasein fristen. In dem Kaff Nieciesza wohnen gerade mal etwa 700 Menschen und bis 2004 spielte der Verein in den tristen Tiefen der 8. Liga In selbigem Jahr stieg allerdings die ortsansässige Firma Bruk-Bet ein, welche ein Hersteller von Pflastersteinen ist und den Verein, der vorher LKS Nieciesza hieß, in Termalica Bruk-Bet Nieciesza umbenannte und quasi jedes Jahr aufstieg, um jetzt Ekstraklasa zu spielen.

So etwas finden wir ja regelrecht widerwärtig und so bleibt zu hoffen, dass der Pflasterstein-Laden bald sein Interesse am Spielzeug verliert und der Verein wieder dorthin verschwindet, wo er hingehört. Vergleichbar mit Deutschland ließ sich diese Partie also irgendwo in der Kategorie Wolfsburg vs. Augsburg einordnen und so kämpfte man mit Kielbasa und einem Becherchen Pivo bei knapp 30 Grad gegen die nach 7stündiger Anreise und kurzer Nacht leicht aufkommende Müdigkeit an, ehe das Schauspiel wenig überraschend mit einem tristen 0:0 irgendwann sein Ende hatte.