Celtic FC – Falkirk FC    2:1

29.08.2026

Celtic Park

Scottish Premiership

Zuschauer: 58.000 (ca. 100 Gäste)

 

 

Soo, mal etwas den Berichtstau abarbeiten, wobei man eigentlich von keinem Stau reden kann, denn es staut sich nicht wirklich etwas an, ich hatte nur schlichtweg die letzten Wochen keine Zeit, mal nen Bericht in die Tasten zu hauen, bzw. fehlte mir nach einem langen (Arbeits-(Tag) schlichtweg abends die Muße dazu.

Naja, kennt ja sicherlich jeder irgendwie und so gibt es diesen Bericht einfach mal drei Wochen nach Abpfiff. Nicht mein eigener Anspruch aber ok. Gibt Schlimmeres.

Die Verwunderung darüber zum Beispiel als mir meine Frau eines Tages im Hochsommer offenbart, dass sie gerne im August Bon Jovi live sehen möchte. Bitte was?

Ja, nach jahrelanger Funkstille und Stimmbänderprobleme startet der Rock-Barde aus den US und A nochmal mit seiner „Forever-Tour“ durch und mach Halt in  New York, Edinburgh, Dublin und London. Die Konzertorte lassen dabei allerdings auch den Freund schöner (Spiel-)Stätten etwas aus seiner Schockstarre erwachen, denn so sind der Madison Square Garden, der Croke-Parc, das Murrayfield Stadium sowie Wembley alles keine bedeutungslosen Bumms-Bauten.

Bon Jovi live gehört sicherlich nicht zu meinen Lebensträumen, wenngleich das „Keep the Faith“ Album auch mein CD-Rack ziert und wie käme ich dazu, der Frau, die mich zu allen möglichen und unmöglichen Kicks im Ausland begleitet, den Wunsch abzusprechen?

So war ich also quasi drin im Game. Karten gekauft, Flüge gebucht und ab geht’s….

Wenngleich der Gig (der am Ende wirklich gut war) in der schottischen Hauptstadt stattfinden sollte, so diente uns Glasgow als Homebase, da Übernachtungspreise in Edinburgh traditionell hoch sind und dies ganz besonders an diesem Wochenende deutlich wurde, da neben besagten Konzert auch noch eine ganze Reihe anderer Events (Kleinkunstfestival, irgendein Festival mit „The Prodigy“ in der Nähe des Airports usw…) stattfanden.

Glasgow ist nun bei weitem auch kein Paradies für Sparfüchse, aber immerhin noch halbwegs ok.

So lungere ich nach etwas einem Jahr und meinem Besuch bei den Rangers schon wieder hier rum und habe das Glück, dass einem Tag nach dem Konzert der Celtic FC zum Heimspiel bittet.

Den legendären Celtic Parc (eröffnet 1892) ist ein stummer Zeuge der Zeitgeschichte und thront erhaben oberhalb typisch britischer Backstein-Arbeiterklasse-Häusern im Osten der Stadt. Vom Zentrum easy zu Fuß zu erreichen, vorbei an unzähligen grünweißen Trikots (immer noch geil, das Teil mit „Carling“ als Brustsponsor) und ebenso vielen Pubs, in denen sich bereits mittags bei dem ein oder anderen Pint auf das Spiel eingeschworen wird.

Ja, ich liebe die Fußballatmosphäre im UK! Selbst, wenn es normaler Ligaalltag ist, denn Gegner ist heute am 3. Spieltag das Team aus dem nahen Falkirk, welches von ca. 100 Lads und Lasses begleitet wird.

Der Rest im offiziell ausverkauften Stadion, welches dann aber doch unübersehbar die ein oder andere leere Sitzschale aufweist, drückt dem schottischen Rekordmeister die Daumen. Das zumeist schweigend, wenngleich ja mittlerweile auch in Schottland eine Art „Ultrakultur“ angekommen ist, wobei diese nicht ganz mit Deutschland oder Italien zu vergleichen ist.

Bei Celtic finden sich die Gruppen „Green Brigade“ und „Bhoys“, welche im sog. Safe-Standing-Eckblock 110/111 stehen, traditionell politisch links sind und aufgrund der irisch-katholischen Wurzeln auch in vielen Aspekten in Rivalität zu den protestantisch-unionistischen Rangers stehen.

In erster Linie war man aber heute zunächst reichlich angepisst, da das Team wenige Tage zuvor in den Play-Offs zur Champions-League-Ligaphase äußerst dämlich ausgeschieden war und nun „nur“ in der Europa-League antritt.

Hatte man das Hinspiel gegen den Linzer ASK noch 3:0 zuhause gewonnen, war das Rückspiel in Linz nur noch Formsache, ja, mit ging sogar mit 1:0 in Führung. Völlig absurd kassiert man dann aber noch 5 (!!) Gegentore und war somit nicht nur raus, sondern auch über die Grenzen hinaus die Lachnummer. Von den rund 20 Millionen entgangener Einnahmen sprechen wir dann gar nicht erst.

Nachdem der aktive Anhang seinen Unmut über so viel Blödheit dann auch mittels Spruchbänder ausgedrückt hat, liefert man recht ordentlichen Support, von dem allerdings bis zu meinem Platz kaum akustisch was ankommt, sodass die Bewertung eher auf optischen Eindrücken basiert.

Dennoch hat es irgendwie den Eindruck, dass man da in der Ecke und umringt von weitgehend schweigendem Publikum, leicht wie eine Art Fremdkörper wirkt, wobei ich mir natürlich wünschen würde, dass man weiter wächst und Zulauf weiterer junger Leute erhält.

Für einen unspektakulären 2:1-Sieg reichte es dann heute aber in jedem Fall.