FC Den Bosch – Vitesse Arnhem 2:0

21.12.2025

Stadion De Vliert

Eerste Divisie

Zuschauer: 6.131 (ca. 250 Gäste)

 

Letztes Spiel dieses Jahr.

Habe ich mir in den letzten Jahren zwischen den Feiertagen noch irgendwo im Ausland Stadionluft um die Ohren wehen lassen, so fällt dies in diesem Jahr leider mal aus.

Irgendwie halten die Spielpläne nichts parat, was mich in die Ferne zieht. Letztlich habe ich auch nicht hinreichend vorausschauend geplant, sodass nun sämtliche Anreiserouten doch recht kostspielig sind. Egal, immerhin geht’s am 4. Adventssonntag nochmal nach Holland. Nach Den Bosch, bzw. nach ´s Hertogenbosch um genau zu sein.  Diese kuriose Schreibweise ist tatsächlich ernst gemeint und die Erklärung dafür folgt exklusiv hier. „Bosch“ oder eher „Bos“ ist das niederländische Wort für „Wald“.

„Hertog“ muss man wohl nicht übersetzen und das ´s ist einfach so etwas wie der Genitiv. Wenn man dazu noch die Info hat, dass vor langer, langer Zeit nämlich im Jahre 1185 von Heinrich I., Herzog von Brabant, dem Bumms hier das Stadtrecht verliehen wurde, dann heißt das so etwas wie „Des Herzogen Wald“.

Das ist ja schon ziemlich stark.

Bis also der gute Heinrich hier mal so richtig aufräumte, war das hier alles wohl eine Landschaft, welche von Wald und Sumpf geprägt war und auch heute noch gibt das durchaus weitläufige Gebiet und den Veluwe-Wald eine ungefähre Idee hinsichtlich der damaligen Verhältnisse.

Heute liegt hier so etwa im Dreieck zwischen Eindhoven und Tilburg eben die heutige Zielstadt, in der welcher inklusive der umliegenden Gemeinden so ca. 160.000 Menschen leben.

Etwa 5.400 von denen hatten heute denselben Plan wie wir; zum heimischen FC Den Bosch zu gehen.

Für mich war der Besuch im doch recht schönen Stadion „De Vliert“ zwar nach langer Zeit ein Re-Visit, allerdings hatte meine liebe Frau doch den starken Drang, im Jahre 2025 noch den Länderpunkt Niederlande einzusammeln.

 

Kurioser Fall insgesamt, den es so wohl kein zweites Mal gibt denn immerhin hatte sie bis hierhin 31 Länderpunkte, wobei die Niederlande noch fehlten. Ein Land, welches nur 20 Autominuten von uns entfernt ist…. Aber nagut, es sind halt immer die einfachen Dinge, die immer und immer wieder aufgeschoben werden. Man kann sie ja irgendwann nochmal easy machen. Ja, und dieses „irgendwann“ war heute….

Für faire 12,50 Euro gibt’s Zutritt zur Hintertortribüne. Gegenüber von uns der ca. 250 Mann starke Mob aus Arnheim, rechts von uns die M-Side von Den Bosch, die offensichtlich von einer Handvoll Leute von Standard Liege unterstützt wird. Wobei, viel zu unterstützen gibt es hier eigentlich nicht, denn  das Gebotene ist stimmungstechnisch recht mau, auf Heimseite gar noch schlechter als im Auswärtssektor. Welchen Job nun zum Beispiel das Vorsängerpodest im Heimblock hat und welcher Mission der Typ darauf mit seinem Megafon nachgeht, bleibt bis heute unklar.

Gut, viel erwartet hatte ich hier auch nicht, aber zumindest vom Gästeanhang hatte ich mir etwas mehr erhofft, so präsentiert man die eigene Szene im Netz zumindest recht fähig, zumindest für NL-Verhältnisse.

Sind die Gestalten hinter den einzigen zwei Zaunfahnen (Ultras und Noord Gestoord Sektion 227 ) vielleicht die ersten 15 Minuten noch recht bemüht, so ebbt das hier ganz schnell ab und mal legt seine Aktivitäten aufs Pöbeln und das sinnlose Zünden von Böllern…

Nach Abpfiff randaliert man dann noch etwas auf Trennzaun und bewirft sich mit diese Aufforderung gerne annehmenden Einheimischen gegenseitig mit Bier. Da ist es dann insgesamt etwas kurios, sich einerseits szeneübergreifend gegen „Kollektivstrafen“ des KNVB zu wehren und allen Kritikern aktiver Fankultur quasi die Argumente so in den Schoß zu legen.

Mit diesen abermals etwas verstörenden Bildern zum Entwicklungsstand einiger niederländischen Szenen verließ man etwas ratlos den Ground und machte sich auf den Heimweg. Ganz in der Hoffnung, dass es auch hier im kleinen Königreich irgendwann besser wird.

 

Das war also schon wieder mein Fußballjahr 2025, mit dem ich insgesamt ganz zufrieden bin. Wieder einmal Tendenz zur Klasse statt zur Masse und wie es sich in den letzten Jahre eingebürgert hat, so gibt es auch dieses Mal meine persönliche Top 3 hinsichtlich „Stimmungsvollstes Spiel“ und schönste Stadien….

 

Stimmungsvollstes Spiel:

1.   Rapid Wien – Djurgardens IF   (brutal lauter und starker Block West, ebenso starker Gästehaufen)

2.   Spartak Trnava – Slovan Bratislava (gutes Derby mit zwei starken Kurven und mal keinen staatlichen Repressionen)

3.   Schalke – HSV  (Top-Pyroaktion der Gäste)

 

Schönste Stadien:

1.   Stadio Pino Zacceria  (Foggia) Ein Traum von einem engen, geilen italienischen Oldschool-Stadion.

2.   Estadi Olimpic Lluis Companys (Barcelona) Geile Olympia-Schüssel.

3.   Ibrox Stadium (Glasgow). Schöner britischer Bau, geil authentische Gegend drumherum.

Allen Lesern wünsche ich an dieser Stelle alles Gute für 2026, bleibt gesund, abenteuerlustig und reisefreudig. Man liest sich! 

Cheers!