KI Klaksvik - KKS Lech Poznan 0:5
14.08.2026
Torsvollur
Europa-League-Quali 3.
Runde (Rückspiel)
Zuschauer: 1.465 (ca. 80
Gäste)
Auf zu neuen Zielen!
Die Färöer sollten diesen
Sommer den nächsten weißen Fleck auf der Landkarte darstellen, der besucht
werden will.
Gutes
Reiseziel
sicherlich für alle, die den Hitzewellen in Deutschland entfliehen
möchten und/oder gerne keine bis wenig Menschen um sich herum
haben,
denn auch im Sommer spricht man hier inmitten stürmischer See bei
maximal 20
Grad schon von einer Art Hitzewelle und die etwa 55.000 Einwohner
verlaufen sich auf den 18 Inseln herrlich und auch vom Tourismus ist
man gottlob weit vom Massentourismus entfernt.
Direktflüge von
Deutschland auf die Inselgruppe im Nordatlantik gibt es nicht, die gängigste
Variante ist daher der Flug über Dänemark, in unserem Fall dann die Version
Amsterdam – Kopenhagen – Färöer. Klappte alles ohne Probleme, was wohl gar
nicht so selbstverständlich ist, da es nicht selten vorkommt, dass aufgrund von
Nebel und anderen widrigen Wetterbedingungen die Fluggesellschaften auf eine
Landung am kleinen Airport Vargar verzichten bzw. diese sich um Stunden nach hinten
verschiebt.
So geht es beispielweise
der Mannschaft von Lech Poznan, die am Abend unserer Landung eigentlich das Rückspiel
der 3. Runde der Europaleague-Quali beim färingischen Meister KI Klaksvik zu
absolvieren gedenkt.
Aufgrund der
angesprochenen wilden Wetterkapriolen hier im noch wilderen Nordatlantik drehte
die Maschine westlich von Norwegen allerdings ab und landete somit zunächst im norwegischen
Bergen statt im färingischen Vargar und verharrt dort der Dinge.
OK, Anpfiff dann zunächst
mal von 18:30 auf 20:45 Uhr verschoben, denn mit etwa knapp drei Stunden
Verzögerung kann das polnische Team der Kolejorze dann auch übersetzen.
Aber halt – da hat dann
auch die UEFA ein Mitspracherecht und entscheidet wohl nach einigem Hin und
Her, den Anstoß um einen Tag auf den Freitagabend zu verschieben.
Wir verfolgen die
Entwicklung schulterzuckend aus unserem kleinen, aber feinen AirBnB am Rande
der Hauptstadt Torshavn, aber was denkst du als mitreisender Lech-Kibol, von
denen auch ein knappes Dutzend bei uns im Flieger saßen, der den Rückflug
bereits am Freitag antreten will, um möglichst kostensparend durchs
Hochpreisland Färöer zu kommen? Da flippst du doch völlig aus, oder? Auch muss
sich die Orgaabteilung Lechs die Frage gefallen lassen, warum man die Anreise
erst für den eigentlichen Spieltag plant und nicht zum Beispiel einen Tag eher…
Während das Team aus der
zweigrößten Inselstadt Klaksvik eigentlich etwa 40 Minuten von Torshavn entfernt
spielt, wurde der heutige Kick ins Nationalstadion „Torsvollur“ (6.000) verlegt.
Gut für uns, denn so ist der Ground sogar fußläufig zu erreichen. Ganz nebenbei
ist Torshavn mit etwa 22.000 Einwohnern nach Valetta auf Malta die
zweitkleinste Hauptstadt Europas und so fühlt es sich hier auch eher dörflich
an, die Distanzen sind dementsprechend kurz, zu sehen gibt es eigentlich kaum
etwas.
Wirklich was los ist hier
auch nicht, die offiziell 1.465 Zuschauer versprühen nun insgesamt wenig
Hexenkesselatmo, daran ändern auch die etwa 80 Lads aus Poznan nichts, die sich
hinter einem „Lech Fanatics- Lappen“ einfinden und mal mehr mal weniger durch
polentypische Schlachtrufe etwas Akustik ins weitgehend stille Eck bringen. Fehlen
darf natürlich auch nicht „The Poznan“, also das eingehakte und mit dem Rücken
zum Spielfeld stehende Rumgehüpfe.
Auch auf Seiten der
Gastgeber gibt’s ein wenig aktive Fankultur, die darin besteht, dass es paar
Fanshop-Fahnen an der Tribüne angebracht werden, sitzend auf ein paar Trommeln
getrommelt wird und hin und wieder „Klaks-Vik!“ gerufen wird.
Dabei ist die sportliche Ausgangssituation durchaus spannend, denn Lech geht lediglich mit einem 1:0 Vorsprung aus dem Hinspiel in das heutige Match, was insofern überrascht, da man der Mannschaft der Schafsinseln heute deutlich überlegen ist und diese mit 5 Toren in die Conference-League Playoffs schickt, wo es nun gegen Riga geht, während Lech auf den FC Thun trifft.












