TSV Marl-Hüls – PSV
Braunschweig 3:1
03.10.2026
Jahnstadion
Freundschaftsspiel
Zuschauer: ca. 1.300
Groundhopperkongress
2/2026.
Nach dem wunderbaren
Event in Garmisch-Partenkirchen im Hochsommer baten die Jungs vom PSV
Braunschweig am heutigen Tag der Deutschen Einheit erneut zur großen
Zusammenkunft. Der Aufwand, dieser persönlich beizuwohnen, fiel für mich vergleichsweise
gering aus und war lediglich mit einer Anreise von etwa 1,5 Autostunden
verbunden. Zusammen mit Dennis und Berger im PS-starken Wolfsburger des
Letztgenannten. Top ist das!
Marl war also das Ziel
von etwa 1.300 Freunden des bröckelnden Betons und des wuchernden Unkrauts aus
Nah und Fern.
Marl, das ist Ruhrpott,
das ist Schalke- Gebiet, keine Frage. Und um genau zu sein, war das Ziel das Jahnstadion,
welches für den heutigen Tag aufgehübscht wurde, um ein Fußballspiel
stattfinden zu lassen.
Jahrelang Heimat des TSV
Marl-Hüls, heute dann eher Heimat der Sly Dogs, einem Baseballverein.
In den 1960ern zog es die
Massen hierher, denn der Verein (also der TSV Marl-Hüls; nicht die sly Dogs)
hatte daseine besten Zeiten und spielte
hier gegen Dortmund, Essen und den 1. FC Köln. Der mit 18.000 Leuten fixierte
Zuschauerrekord stammt aber wohl aus einem hochkarätig besetzten Jugendturnier
gegen Real Madrid und Inter Mailand im Jahre 1964, als ca. 18.000 Leute hierher
pilgerten.
Ganz so viele waren es
heute nicht, die sich auf den Weg gemacht hatten, dem schönen,
geschichtsträchtigen Ground vermutlich zum ersten und vermutlich zum letzten
Mal einen Besuch abzustatten. Und so war es gerammelt voll auf der
beeindruckenden Stehplatzgeraden, von der man freie Sicht auf die
charakteristische Sitzplatztribüne hat, die mit ihrer pylonenartigen
Seil-Dachkonstruktion, was früher wohl der innovativste Scheiß war, ein
Alleinstellungsmerkmal aufweist, aber leider nicht freigegeben ist.
Insgesamt wird es dem
Stadionliebhaber heute schwer gemacht, sich frei zu entfalten, denn lediglich
die Gerade ist freigegeben und so tummelt sich sämtliches Volk dort in praller
Spätsommersonne. Fototechnisch natürlich nicht die idealen Voraussetzungen, sodass
hin und wieder vereinzelt irgendwelche Unverbesserlichen vom Stadionsprecher in
scharfem Ton zurück aus den Büschen oder dem Umlauf gepfiffen werden und bei
Weigerung mit Spielabbruch gedroht wird.
Zu diesem kommt es
freilich nicht. Stattdessen gibt es zu Beginn von Hälfte Zwo eine „Pyroshow“
der Spieler auf dem Feld, denn der PSV Braunschweig feiert hier heute mit dem
10. Lost-Ground—Kick ein beachtliches Jubiläum. Herzlichen Glückwunsch dazu und
Danke, Danke, Danke für eure Arbeit und euren Enthusiasmus.
Später wird dann noch mit
etwas Wehmut der Braunschweiger Brauerei Wolters (3,16-Schnitt bei Untappd für
das Pils) gehuldigt, welche demnächst nach 399 Jahren Biertradition leider ihre
Tore in Braunschweig schließen wird. Ein unheilvoller Trend der
Brauereiinsolvenzen setzt sich also fort. Sehr schade.
Alles endet irgendwann und so ist auch die Zukunft des Stadions ungewiss. Die Stadt Marl möchte den ganzen Laden hier am liebsten abreißen und durch Luxuswohnungen ersetzen. Eine Bürgerinitiative versucht dies zu verhindern. Das Ende ist also offen. Die heute Anwesenden war aber sich aber sicherlich weitgehend einig, dass sich der heutige Besuch sehr gelohnt hat, um dem Stadion seine Ehre zu erweisen. Grüße an alle, die man an dem Tag getroffen hat. Keep on hopping! :-)



