SV Tasmania Berlin – FC Carl Zeiss Jena 1:5

25.09.2026

Werner-Seelenbinder Sportpark

Regionalliga Nordost

Zuschauer: 1.001 (ca. 300 Gäste)

 

 

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt für mich, denn heute konnte der Komplettierungshaken an die Regionalliga Nordost gesetzt werden.

Bevor es so weit war, stand aber der Trip in die Hauptstadt an, welcher mit dem Zukunftsunternehmen auf Gleisen gestaltet wurde. Planmäßige Ankunft um 17:46 bei 19 Uhr Anstoß klingt erstmal recht gut machbar, wenn dann aber eine knappe halbe Stunde Verspätung reingefahren wird, wird’s natürlich wieder mal unnötig stressig.

Zudem habe ich noch meinen dicken Groundhopperrucksack dabei, den ich eigentlich am Hauptbahnhof einschließen will, das Schließfach nimmt aber nur abgezählte 4 € Bargeld, die ich natürlich so passend nicht habe und der eigentlich vorhandene Wechselautomat ist kaputt. Sowieso stinkt es in dieser abgelegenen Ecke des Bahnhofs nach Pisse und drei Meter weiter pennt irgend n Typ auf dem schmuddeligen Boden.

Willkommen in der Hauptstadt, wo man von sich selbst behauptet, arm aber sexy zu sein. Nun denn….

Zeit, mich hier weiter mit meinem „Gepäckproblem“ zu beschäftigen habe ich jedenfalls nicht und so geht’s erstmal weiter zum Südkreuz, wo ich natürlich auch keine Zeit habe, nochmal umsteige und gute zehn Minuten später endlich in Neukölln aus dem U-Bahnschacht entspringe. Ja, Moin. Feines Kiezfeeling hier.

Nun nochmal gute 10 Minuten zu Fuß und ich stehe vorm Eingang des Werner-Seelenbinder-Sportparks, welcher direkt ans Tempelhofer Feld grenzt und wo mein Rucksack grundsätzlich kein Problem darstellt, ich ihn einfach hinter den Ticketkontrollen ablegen soll. Haftung oder gar Aufsicht könne man nicht übernehmen, was dann für mich keine akzeptable Lösung darstellt. Ein unaufmerksamer Moment der Ordnerschaft reicht aber und ich bin mit meinem lieben Rucksack um die Ecke und im Zuschauergewusel entschwunden.

Nun laufe wie ich zwar wie ein Oberdulli durch die Reihen, dafür habe ich aber die Sicherheit, dass mir meine Wertsachen (Laptop, Kamera und so) nicht abhanden kommen.

Dass sich das Ganze zwei Minuten vor Anstoß abspielt und ich also mal wieder eine Punktlandung hinlege, hatte ich bislang vergessen zu schreiben.  

Erstmal Atmo aufsaugen. Schönes enges Stadion, gut gefüllt.  Freitagabend-Flutlicht-Feeling, der Geruch von Bratwurst, Sucuk und Bier, dazu ein ziemlich geiler Sonnenuntergang. Regionalliga Nordost, ich liebe dich!

Nur ein kleines Detail irritiert kurzzeitig, denn im Gästeblock steht bislang nur eine knapp dreistellige Zahl Thüringer Normalos, von der Jenaer Südkurve bzw. Horda Azzuro fehlt jede Spur. Och nee, bitte kein Boykott oder Ärger auf der Anreise denke ich noch, da erspähe ich hinter dem Awaysektor zahlreiche Schwenker und wenig später strömen etliche Ultras in den Block. Anflaggen und rund 15 Minuten später schallen dann auch endlich Gesänge durchs Stadion. Die kleine Gruppe, die der heimischen Tasmania teilweise auch akustisch die Daumen drückt, kann bei allem Respekt hier die Stimmungshoheit nicht für sich behaupten.

Nein, die gehört natürlich den Gästen, die mich doch das ein oder andere Mal mindestens den Fuß mitwippen lassen. Dazu schöner Einsatz von Tifomaterial. Doppelhalter immer noch ein viel zu oft unterschätztes Tifoelement.

In der zweiten Hälfte dann noch guter Einsatz von Pyrotechnik. Zuerst recht massiv, dann immer mal wieder ein oder zwei Fackeln angerissen, die dann im Rhythmus der Lieder bewegt werden. Absolut stabiler Auftritt; hat Bock gemacht dem zuzusehen bzw. zuzuhören. Jenas Mannschaft zeigt auf dem Platz den doch recht überforderten Tasmanen, wer auch sportlich Herr im Hause ist und lässt arge Zweifel daran aufkommen, dass der Nachfolgeverein des schlechtesten Bundesligisten ever in der nächsten Saison noch viertklassig spielen wird.

Geiler Fußballabend insgesamt!